Von einer osmanischen Stiftung zu einem lebendigen Istanbul-Ritual.
Çemberlitaş Hamamı wurde von Nurbanu Sultan, der Frau Sultan Selims II. und Mutter Sultan Murads III., gestiftet, um Einnahmen für den Valide-i-Atik-Komplex in Üsküdar zu erzielen. In Tuhfet'ül-mi'marin wird es als Werk Mimar Sinans genannt; laut Inschrift wurde das Bad 992/1584 vollendet.

Historische Phasen von Çemberlitaş Hamamı
Nurbanu Sultans Stiftung, die Architektursprache Mimar Sinans und die Erinnerung an Divanyolu.
Die ältere Schicht von Çemberlitaş
Das Hamam steht nahe der Konstantinssäule, auf der Vezir-Han-Seite von Divanyolu, in einer der dichtesten historischen Achsen Istanbuls.
Die Stiftung Nurbanu Sultans
Das Gebäude wurde von Nurbanu Sultan errichtet und gestiftet, um den Valide-i-Atik-Komplex in Üsküdar zu finanzieren.
Zurückhaltende Architektur der Meisterschaft
Als Mimar Sinan zugeschriebenes Werk aus Tuhfet'ül-mi'marin bekannt, verbindet das Hamam funktionale Vielfalt mit klarer und ausgewogener Ordnung.
Ein Ziel für Besucher und Forschende
Architektur und lebendige Badekultur machen es weiterhin wichtig für Reisende, Studierende, Fotografen, Filmteams und Forschende.

Im Gedächtnis von Divanyolu.
Im Gedächtnis von Divanyolu.
Das Hamam liegt auf Divanyolu in Çemberlitaş, nahe der Köprülü-Mehmed-Paşa-Moschee, Medrese und Türbe, Vezir Han, dem ehemaligen Darülfünun, der Sultan-Mahmud-II.-Türbe, der Köprülü-Bibliothek, der Atik-Ali-Paşa-Moschee und der Ali-Baba-Türbe.
Zwei getrennte Bereiche nebeneinander.
Çemberlitaş Hamamı wurde als Doppelhamam mit zwei getrennten, benachbarten Bereichen geplant. Der Eingang des Männerbereichs liegt an der Vezir Hanı Caddesi; durch das gestiegene Straßenniveau erreicht man ihn heute über abwärtsführende Stufen.
Große Kuppeln in den Umkleidehallen, ein zwölfeckiges Zentrum im Heißraum.
Die Umkleideräume beider Bereiche sind mit großen Kuppeln über Eck-Trompen gedeckt; darum liegen drei Ebenen von Umkleidegalerien. Die Laternen in den Kuppeln prägen das ruhige Innenlicht.
Von der quadratischen Hülle zum zwölfeckigen Marmorkern.
Im Heißraum wird der außen quadratische Raum innen durch zwölf Säulen in ein Zwölfeck verwandelt. In den Ecken liegen gewölbte private Baderäume (halvet), dazwischen vier seitliche Badebuchten und in der Mitte die zentrale beheizte Marmorplattform (göbek taşı).
38 Kurnen und geschnitzte Marmorgitter
Im Heißraum erscheinen 38 marmorne Wasserbecken (kurna), Säulen mit rautenförmig verzierten Kapitellen, geschnitzte Marmorgitter und die zentrale mehrseitige beheizte Marmorplattform (göbek taşı) zusammen.
Funktion, Eleganz und ruhige Ordnung
Unter den mit Mimar Sinan verbundenen späten Hamam-Beispielen wird das Gebäude für seine praktische Vielfalt und architektonische Zurückhaltung geschätzt.
Traditionelles Baden in historischem Rahmen
Besucher erleben die zentrale beheizte Marmorplattform (göbek taşı), den Heißraum (sıcaklık), das marmorne Wasserbecken (kurna), das Peeling mit dem Kese-Handschuh und die Waschung mit warmem Seifenschaum weiterhin in einem historischen osmanischen Hamam.
